Das Fraunhofer IAIS stellt einen Film zum Thema Bürgerhaushalt ins Netz
Das neue Instrument des Bürgerhaushalts wird als geeignetes Mittel gesehen, dass Stadtverwaltungen ihre Prioritäten beim Einsatz der - ohnehin knappen - finanziellen Mittel verstärkt nach den Wünschen der eigenen Bevölkerung orientieren. Hierdurch wird gewährleistet, dass die Ausganen zielgenauer getätig werden, denn Problemquartiere und Bedürfnisse weiß niemand so gut zu identifizieren wie die Bevölkerung selbst.
Die Verwaltung einer Stadt, Gemeinde oder einer anderen Verwaltungseinheit lässt bei dem neuen Instrument des Bürgerhaushalts die Betroffenen über einen Teil vom Investitionshaushalt mitbestimmen und entscheiden. Das Prinzip wurde 1989 erstmals in Porto Alegre (Brasilien) erfolgreich angewendet und inzwischen in viele Teile der Welt „exportiert“.
Innerhalb Deutschlands gilt die Stadt Köln als Modellkommune, weshalb das Fraunhofer IAIS einen Informationsfilm zur Anwendung des Bürgerhaushalts innerhalb der Stadtverwaltung Kölns öffentlich ins Netz stellt. Der Dialog über Kommunalpolitik und haushaltsplanung fand in Köln erstmals 2007 statt - im Internet. Möglich wurde dies durch den Einsatz von Applikationen, die unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden. Der Bürgerhaushalt bzw. die technsiche Realisierung ist eines der erwähnenswerten Beispiele zur Demokratisierung durch das Web.
Der Bürgerhaushalt kann überdies auch als wichtiger Beitrag zur Steigerung der raumbezogenen Identität bezeichnet werden. Denn wenn Städte und Kommunen der Bevölkerung - basierend auf einer transparenten Aufstellung geplanter Einnahmen und Ausgaben in ihren Haushaltsplänen - Mitspracherecht beim Mitteleinsatz einräumen, steigt zugleich auch das Gefühl, die städtische Entwicklung mitgestalten zu können. Das wiederum erhöht die Attraktivität der Stadt und Region.
Der Film ist hier abrufbar: http://www.iais.fraunhofer.de/fileadmin/user_upload/Abteilungen/MP/video...
Radikale Studie zum Umgang mit schrumpfenden Regionen
Der demografische Wandel und seine Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft sind seit einigen Jahren in aller Munde, und das Interesse - auch der Medien - nimmt nicht ab, sondern weiter zu, denn man erwartet schwerwiegende Konsequenze, wenn nicht angemessen gegengelenkt wird.
Die Entvölkerung, bedingt durch Abwanderung, sinkende Fertilitäts- und höhere Sterbequoten stellt Städte und Gemeinden und damit ganze Landsriche vor eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft: Wie kann eine Region ihre Attraktivität behalten und somit ihre Pflicht- und darüber hinausgeghenden Aufgaben erfüllen?
Die Reaktionen von politischer Seite liegen oftmals in der Förderung von infrastrukturellen Maßnahmen oder andere Formen der Wirtschaftsförderung, wobei die Erfolge meist bescheiden oder gar nicht erkennbar sind. Ebenso wird das Stadt- und Regionalmarketing als wichtige Stellschraube angesehen, im Wettbewerb um die sinkenden Einwohner (und abwandernde Unternehmen) Attraktivität zu schaffen und zu vermitteln.
Eine neuere Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, die Juni 2009 im Auftrag des - noch amtierenden - Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee (SPD) erstellt wurde, kommt nun jedoch zu dem Ergebnis, dass Fördermittel für solche Regionen, die bereits zu einem bestimmten Grad von Entvölkerung und Attraktivitätsverlust betroffen sind, erfolglos sind und stattdessen gestrichen werden sollten, um sie effizienter an anderer Stelle zu bündeln. Dies würde bedeuten, dass in immer mehr Regionen lediglich eine Grundversorgung bereitgestellt werden sollte, die sich auf die Notfallrettung, Erreichbarkeit für Ordnungskräfte, eine ausreichende Versorgung der verbleibenden hochbetagten Menschen, Wasser, Strom und Telekommunikationsinfrastrukturen beschränkt; so der Leiter des Berlin-Instituts im Interview mit dem aktuellen Wirtschaftsmagazin brandeins.
Weil die Ergebnisse und Vorschläge dieser Studie dem Bundesverkehrsminister zu weit gingen, distanzierte sich dieser von den Aussagen und ließ die Publikation kurzfristig wieder aus dem Netz nehmen. Nach Einspruch der FDP ist das Ergebnis wieder öffentlich zugänglich, wenngleich nur noch auf den Seiten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: http://www.bmvbs.de/Anlage/original_1082377/Demografischer-Wandel-Ein-Po...
Nach dem ungeliebten Ergebnis für das Logo der Olympischen Sommerspiele 2012 in London (siehe hier), soll im Rahmen eines Wettbewerbs ein neues Logo entworfen werden.
Die unabhängige Marken Agentur Moving Brands, die sich an diesem Wettbewerb beteiligt, hatte die Idee, die Bevölkerung Londons zur Mitwirkung zu animieren. Denn wenn die Londoner selbst am Prozess der Entstehung eines Logos teilhaben können, ist die Gefahr umso geringer, dass sich nur einzelne Bevölkerungsteile mit dem Ergebnis identifiieren können (wie das Logo zur Olympiade zeigt).
Moving Brands schalte im August ein Blog abrandforlondon, an dem sich zahlreiche kreative Personen (auch von außerhalb) beteiligten. Trotz dieser Idee und der Resultate schaffte es die Agentur jedoch nicht in die nächste Runde. Dennoch zeigt das Beispiel einen interessanten Ansatz zur Förderung einer kollektiven Identität: die Beteiligung der Bürger.
Makrohaus GmbH gestaltet neues Logo für die Region Chiemgau
Der Slogan 'Bayerns Lächeln', zusammen mit dem dazugehörigen Logo, wurde von der neu formierten Tourismusorganisation im Chiemgau am 9. September als neue Wort-Bild-Marke vorgestellt.
'Slogan und Logo sollen die Ferienregion und Marke Chiemgau ab sofort nach außen hin repräsentieren. Gestaltet und umgesetzt wurde das Projekt durch die makrohaus GmbH aus Bad Reichenhall, die sich mit ihrer Idee gegenüber drei weiteren Agenturen durchgesetzt hatte", so A. Senger auf openPR.
Die Bildmarke soll als Dachmarke die 35 Orte im Landkreis gemeinsam auftreten lassen. Man erhofft dadurch, Synergien geltend machen zu können und verspricht sich werbewirksame Marketingkampagnen, die sich ein einzelner Ort nicht leisten könnte.
Vor wenigen Tagen berichteten wir über den eGovernment-Wettbewerb der Beratungsfirma Bearing Point und des Technologieunternehmens Cisco für Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen.
Jährlich werden durch die beiden Unternehmen die innovativsten IT-Projekte in der öffentlichen Verwaltung gekürt, 2009 in fünf Kategorien. Erstmalig wurde aus der Gruppe der Finalisten auch die „Beste E-Government-Lösung für die Bürger" als Publikumspreis vergeben.
In der Sparte 'Next Generation Services' konnte sich die Stadt Coburg mit dem Digitalen Stadtgedächtnis durchsetzen (wir berichteten). Den Publikumspreis 'Beste E-Government-Anwendung für den Bürger' gewann die Finanzbehörde Hamburg/ Finanzministerium Schleswig-Holstein mit 'E-Government Infrastruktur 2.0'.
Innenstädte, Stadt- und Ortsteilzentren haben eine herausragende Bedeutung für die Zukunft der europäischen Stadt. Kleine Ortskernen mit Nahversorgungsfunktionen sind hierfür ebenso relevant wie Orts- und Stadtteilzentren mit lokaler Bedeutung oder solche Innenstadtzentren mit regionalen Einzugsbereichen. Die europäische Stadt ist Grundlage und Voraussetzung für ein vielfältiges und leistungsfähiges Siedlungssystem, das Möglichkeitsräume zur Erfüllung verschiedenster Bedürfnisse bereithält und damit zu Identifikationsorten der Gesellschaft und Kristallisationspunkten für das Alltagsleben werden. Der gegenwärtige Funktions- und Strukturwandel, verbunden mit einer Stagnation und Schrumpfung, stellt die Zentren jedoch vor neue Herausforderungen.
Im Jahr 2007 wurden mit der Leipzig Charta daher die Grundsätze für eine zukunftsfähige Stadtentwicklungspolitik der EU formuliert, worin die Bedeutung der europäischen Stadt betont und die Idee neu formuliert wird. Die Leipzig Charta setzt dabei auf ganzheitliche Strategien und ein lokales und regional abgestimmtes Handeln aller an der Stadtentwicklung beteiligten Akteure.
Seit dem 21. September ist nun die Internetpräsenz des ab Juli eingerichteten Netzwerk Innenstadt NRW! online und kontinuierlich treten weitere Kommunen ein. 'Ziel des Netzwerkes ist der Aufbau und die dauerhafte Verankerung einer nachhaltig funktionierenden Plattform für den Erfahrungsaustausch der nordrhein-westfälischen Kommunen untereinander. Darüber hinaus geht es um die Qualifizierung von Innenstadtakteuren sowie die Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung lokaler und regionaler Vorhaben in den Städten und Gemeinden von NRW.' So heißt es auf der Webseite www.innenstadt-nrw.de.
Das Netzwerk basiert auf der Forderung des Landes NRW zur „Stärkung der Innenstädte und Ortsteilzentren“. Mitgliederkommunen profitieren von einer Prozessbegleitung und persönlichen Beratung zur integrierten und anchhaltigen Innenstadtentwicklung, vom Erfahrungsaustausch der Mitglieder auf Veranstaltungen sowie von der Unterstützung bei Information und Kommunikation durch die in Münster eingerichtete Geschäftsstelle.
Oberpfälzer Geschenke in neuer Verpackung
Mit Beginn des Weihnachtsgeschäftes wird in einem Flyer des Regionalmarketing Oberpfalz (Bayern) eine Auswahl an "echten" Oberpfälzer Produkten dargestellt, die dem Einkaufsmuffel bei seiner Auswahl helfen sollen. In erster Linie richtet sich dieses Angebot wohl an Geschäftsleute, die ihren Partnern und Kunden (trotz - oder gerade wegen - teilweise angespannter Lage) zur Weihnachtszeit eine kleine Aufmerksamkeiten zukommen lassen wollen.
In den Bestellscheinen, aus denen sich der Flyer zusammensetzt, findet der Unternehmer (oder die Privatperson) Pralinen, Senf oder Hochprozentiges von solchen Anbietern aus der Region, die sich durc diese Aktion eine Verbesserung ihres Weichnachtsgeschäftes versprechen und aus ihrem Angebot drei Produkte besonders hervorheben.
Die Idee hinter diesem Vorhaben ist nicht neu: Indem regionale Firmen ihre Geschäftspartner und Kunden mit regionalen Produkten beschenken, können sie dadurch auch die Region an sich bekannter machen, was wiederum zum Markenwert der Region beiträgt, von dem im Umkehrschluss auch die dortigen Unternehmen profitieren (siehe z.B. die Region um die Sächsische Stadt Glashütte, die als Herkunftsort hochwertiger Uhren weithin bekannt ist). Schließlich ist eine spezifische regionale Kultur, die sich nicht zuletzt auch in regionalen Produkten widerspiegelt, eine wichtige Grundlage regionsbezogener Identität - mit all ihren sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn es sich augenscheinlich um solche Produkte handelt, die für eine Region weitläufig als typisch anerkannt sind und der Kunde den Zusammenhang auch verinnerlicht und weiterträgt.
Ob Lebkuchen, Kräuterlikör, Senf, Whisky oder ein Oberpfälzer Monopoly-Spiel tatsächlich dieses Potenzial haben, ist sicherlich eine angebrachte Frage.
Mit einer positiven Bilanz für das Stadtmarketing Münster verabschiedete sich der Vorsitzende des Beirats Münster-Marketing, Prof. Heribert Meffert, aufgrund der auslaufenden Legislaturperiode.
'Eine nachgewiesene Bestätigung für den vor acht Jahren eingeschlagenen Weg eines integrierten Stadtmarketings, das mehr ist als nur Werbung', so Meffert in seinem Résumé. Münsters dritter Platz im 'Capital'-Städtetest (nach den Städten München und Hamburg) zeige diesen Erfolg besonders deutlich, und Rankings tragen sehr auch zur überregionalen Wahrnehmung einer Region bei. Münster zählt dort zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Städten Deutschlands.
Der Erfolg gehe wesentlich auf den Eigenbetrieb Münster Marketing zurück, der die strategische Ausrichtung der Stadt maßgeblich mit gestaltet habe.
Münster arbeitet daran, sich als eine Stadt mit 'Wissenschaft und Lebensart' bekannt zu machen, was in vielen Fällen erfolgreich war.
