(16.11.2009) Einmal mehr hat es das Stadtmarketing in die Radiowerbung geschafft, was angesichts der Möglichkeit, Informationen auch billiger über das Internet zu verbreiten, aufmerksam macht. Dieses Mal mit einem Thema, das unter anderen Vorzeichen vielleicht zu einem erneuten medialen Aufschrei hätte geführt haben können, wenn nicht bereits die Gleichgültigkeit Einzug gehalten hätte.
In der Diskussion um die Nutzung religiöser Symbole in der Weihnachtswerbung, musste am Donnerstag, den 5. November, der Krefelder Stadtmarketing-Chef Ulrich Cloos Stellung zu einer ganz besonderen Entwicklung innerhalb der Stadt beziehen.
Die Werbegemeinschaft der Stadt Krefeld hatte wenige Tage zuvor mitgeteilt, dass sie 2009 auf winterliche statt auf weihnachtliche Beleuchtung setze. Einerseits hieß es in den Radiobeiträgen, die hierauf folgten, dass man so den Lichterschmuck in den Innenstädten für längere Zeit hängen lassen könne. Franz-Joseph Greve, Chef der Werbegemeinschaft, fügte hingegen an, dass er ganz persönlich gegen die Verwendung von religiösen Elementen für Marketing-Zwecke wie eine City-Beleuchtung sei. "Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte”. Ob er mit dieser Aussage tatsächlich einen anderen Zweck verfolgte, als die bloße Möglichkeit, länger Licht in den Städten zu haben, sei offen gelassen.
Ulrich Cloos, Chef des Stadtmarketings und entscheidender Akteur, stellte kurz darauf richtig, dass die weihnachtliche Beleuchtung in Krefeld zwar weiterhin einen hohen Stellenwert habe (es gibt mehr Tanenbäume als in den Jahren zuvor); er erkenne es aber ebenso an, dass sich die Straßenzüge in Krefeld ein eigenes Profil geben. Mit dieser Aussage zieht er sich ganz diplomatisch aus einer Diskussion heraus, die weit über das Citymarketing hinausgeht und von hoher Brisanz ist.
Eines sollte stutzig machen: Wenn es nicht Sinn der Beleuchtung ist, in der Weihnachtszeit auch für Weihnachtsstimmung zu sorgen, wieso muss dann überhaupt so kostenaufwendigzur Winterzeit ein besonderes Flair in den Innenstädten vermittelt werden ? - schließlich ist die Energieeinspar-Debatte nur allzu gegenwärtig und die Abschalttung allen Lichts wäre durchaus von Wirkung.
Die mögliche Begründung, man könne mit winterlichen Motiven das Werbematerial für längere Zeit hängen lassen und so die City in der besonders früh dunklen Zeit attraktivieren, kann so nicht stehen gelassen werden. Schließlich dauert die eigentliche Weihnachtszeit - und dies sollten sich auch die Stadtmarketing-Verantwortlichen einmal mehr vor Augen führen - nicht etwa bis zum 6. Januar, sondern bis Maria Lichtmess, also bis zum 2. Februar. Es sollte grundsätzlich daher möglich sein, auch sog. 'weihnachtliche' Beleuchtung in den Innenstädten etwas länger hängen zu lassen. Denn gehörten weihnachtliche Motive nicht in den öffentlichen Raum, dann müssten auch die Weihnachtsmärke abgeschaftt werden. Der Verdacht liegt nahe, dass also der Weihnachtsmann erfolgreich die Stellung vom Christkind übernommen hat, weil sich ein Schokoladen-Christkind nicht so schön abbeißen ließe.
Die Forderung nach einer 'winterlichen' Beleuchtung entspricht einmal mehr dem bloßen zweck der Verhaltensbeeinflussung des Konsums, der - in Anlehnung an die betriebswirtschaftliche Absatzpolitik - meist auch im Stadtmarketing gesehen wird. Doch im Gegensatz zum Konsumgütermarketing wäre den Kommunen dringend anzuraten, hiervon zumindest insoweit Abstand zu nehmen, als dass man sich die Unterschiede zwischen Stadt und Handy vor Augen führt. Eine Stadt steht für verschiedene Lebenskonzepte und ist das Abbild dessen, sie steht für Beständigkeit, Sicherheit (man führe sich den Zweck alter Stadtmauern vor Augen), Geschichte - und damit Kultur.Daran ändert auch nichts, dass ein großer Teil der Bevölkerung 'keine Antenne mehr für die Religion' hat oder 'nicht-christlichen Glaubens' ist, wie Franz-Joseph Greve bemerkt. Mag sein, dass das zutrifft. Aber bei einer Stadt lässt sich das Design nicht vom einen auf das andere Jahr ändern, um sie ihrer Geschichtlichkeit zu berauben. Und gerade dies ist die Aufgabe des Stadtmarketings: Zu zeigen, was die Stadt ist, was sie ausmacht - und damit auch: woher sie kommt. Denn nur durch diese Form der 'Positionierung' lässt sich auch in großem Rahmen Vielfalt erhalten, deren Abhandenkommen durch Filialisierung und dergleichen ohnehin immer wieder beklagt wird.
Der ursprüngliche Grund der Beleuchtung zur Weihnachtszeit sollte also nicht in Vergessenheit geraten und muss präsent bleiben, denn anderes wäre nur eine Leugnung der eigenen Vergangeneit. Ansonsten: Wie wäre es damit, ab dem 6. Januar, wo ohnehinniemand mehr an Weihnachten denkt und IKEA KNUT feiert, beleuchtete Girlanden, Harlekine und dergleichen in die Städte zu hängen? So wäre für Licht gesorgt und die besinnlichen Tage, die ohnein nur für Stress und Gewichtsprobleme sorgen, sind auch schnell wieder vergessen.
Leider passt diese Debatte auch zu der immer wieder geäußerten Forderung, das Sankt Martins-Fest in 'Lichterfest' umzutaufen, damit nur bloß alle etwas davon haben. Leider lässt auch diese Ansicht vergessen, dass die Identität einer Stadt darin liegt, dass sie nicht Spielwiese einer einheitlichen Massengesellschaft unter gleichem gemeinsamen Nenner ist, sondern - auf der Basis einer über Jahrtausende gewachsenen(!) Übereinkunft - Besonderheiten ermöglichen soll. In den 'Symbolen' Weihnachten oder Martinsfest liegt mehr, als das Ziel der Absatzförderung von Schokoladen-Weihnachtsmännern oder Laternen. Es geht darum, Ideale dieser Gesellschaft in Erinnerung zu behalten - oder zu bringen-, die nicht in Vergessenheit geraten sollten, wie etwa Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Mitgefühl. Dies ist für das Zusammenleben - vor allem in der Stadt - von größter Wichtigkeit. Doch wenn ohnehin nur noch wenige Menschen mit diesen begriffen etwas anfangen können, dann ist wohl auch nicht zu erwarten, dass diese Ideale in den eigen vier Wänden gelten. Es geht um die Verantwortung der Stadt, die noch weit über das Aufhängen von weihnachtlicher Beleuchtung in der Winterzeit hinausgeht.
Mit rund 40 Teilnehmern fand am 3.November die REGIOKOMM Süd nach dem erfolgreichen Auftakt der Reihe im Frühjahr 2009 auch in Stuttgart ihr Publikum. Während des Tages fanden die Gäste hinreichend Gelegenheit, sich über aktuelle Ansätze und Instrumente des Stadt- und Regionalmarketings zu informieren und sich während der Pausen untereinander austauschten.
Das auch baugeschichtlich interessante Theaterhaus Stuttgart bot das passende Ambiente, um über die Positionierung und Markenbildung von Städten und Regionen ebenso zu sprechen, wie über WebGis-Lösungen in Tourismus und Regionalmarketing, oder die Möglichkeiten der 3-dimensionalen Darstellung von Gewerbeimmobilien für das Standortmarketing im Internet.
Auch die Veranstalter waren sehr zufrieden mit dieser Veranstaltung, und es wird bereits über einen Folgetermin (die dritte REGIOKOMM) 2010 nachgedacht.
Für alle Interessierten stehen die Vorträge der Referenten unter der URL http://www.regiokomm-konferenz.de/vortraege-sued.html zum (kostenlosen) Download bereit.
Wer sich über die Konferenzreihe und das Thema 'Stadt- und Regionalmarketing im Internet' informieren und mit anderen Akteuren austauschen möchte, der findet auch in unserer Xing-Gruppe (https://www.xing.com/net/regiokomm/) eine geeignete Möglichkeit.
(15.11.2009) Mehr als 70 Referenten trugen am 29 und 30. Oktober auf dem KulturInvest-Kongress im Admiralspalast Berlin in zwölf Themenforen zum Wissensaustausch über die Entwicklungsperspektiven für das Zusammenwirken von Kultur, Wirtschaft, Öffentlicher Hand und Medien bei. Diese Gelegenheit nutzten 350 Teilnehmer, um anhand von Best-Practice-Beispielen aktuelle Lösungsansätze für die Vermarktung von Kulturangeboten zu erfahren und anschließend mit den Referenten zu diskutieren. "Marketing ist ganz sicher immer wichtiger für die Kunst - und nicht nur für Events", so Prof. Dr. Christina Weiss, ehemalige Staatsministerin für Kultur und Medien und Keynote Speakerin des Abends. Die Erfolgsformel im Kulturmarketing-Sektor bestehe ihrer Meinung nach aus systematischem Vorgehen, persönlichem Engagement und kreativen Gegenleistungen.
parallel zum KulturInvest-Kongresses wurden auf der Kulturmarken-Gala vor 1.500 Gästen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Medienauch auch die Kulturmarken-Awards verliehen. Die Bregenzer Festspiele erhielten die Auszeichnung "Kulturmarke des Jahres 2009". Das Kulturnetzwerk Neukölln aus Berlin mit seinem Projekt "48 Stunden Neukölln" erhielt den Preis "Trendmarke des Jahres 2009". Zwei Preisträger gab es in der Kategorie "Kulturmanager des Jahres 2009". Dies sind Karl Janssen, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, und Folkert Uhde, Leiter des Radialsystem V. Beide wurden für ihr Engagement ausgezeichnet.
(10.11.2009) Deutlicher geht es nicht: Hamburgs Kreative wehren sich mit einem Manifest namens 'not in our name, Marke Hamburg' (NION) gegen die auf Richard Floridas (2002) Erkenntnissen basierende Ansiedlungspolitik für die sog. 'Kreative Klasse', die zu einem der durchschlagenden und meist verwendeten Argumente für Zielsetzungen der aktuellen Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings wurde. So berichtet die ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe vom 5. November. Das Manifest ist in ungekürzter Fassung unter http://www.buback.de/nion/ abrufbar.
Unterzeichner des am 29. Oktober im Hamburger Gängeviertel ausgehängten Manifests sind namhafte Maler wie Daniel Richter, Rocko Schamoni oder Christoph Twickel, ebenso wie Autoren, Musiker, Architekten und Designer, Wissenschaftler, Studenten, Werbefachleute, Ärzte und andere von der Raumforschung als sog. 'Kreative' bezeichnete Menschen. Die Liste der Unterzeichner zählt aktuell (am 10. November) über 4.000 Namen. Innerhalb der ersten sechs Tage verzehnfachte sic die Zahl der Unterstützer.
Die Aktion dürfte für das Stadtmarketing der Hansestadt, ebenso wie für unzählige weitere Kommunen und Akteure des Stadt- und Regionalmarketings, die Floridas 'creative class' als steuerbaren und steuerungswilligen Teil und Motor der Raumentwicklung begreifen, wie ein Schlag ins Gesicht gelten. Das sollte es zumindest, denn hier meldet sich die ansonsten eher stille Gruppe zu Wort, um die es nach wie vor in den Debatten der Geographie, Raumplanung oder Stadtsoziologie, ebenso wie in der Praxis der Wirtschaftsförderung geht. Und nachdem auch im zugehörigen Blog (http://nionhh.wordpress.com/) alle Inhalte des Manifestes hinreichend diskutiert und klargestellt wurden, ist zu erarten, dass es wieder stumm wird um diese besondere 'Zielgruppe'. Umso mehr bedeutet das, dass diese eine umfangreiche Äußerung genau vernommen wird. Irrelevant ist dabei wohl die Frage, ob auch vor dem NION-Manifest die (selbsternannten) Kreativen der kommunalen Image-Politik kritisch gegenüber standen. Denn durch den - nicht nur von klassischen Massenmedien unterstützten – Aufruf, kann sich nur allzu leicht eine Denkrichtung manifestieren, die für die Plerinnen und Planer folgenschwer sein kann. Die Kraft der Äußerung liegt angesichts der schnellen Verbreitung allein in den Wortführern, den tatsächlich 'Kreativen' (ungeachtet der Definition von 'Kreativität'), die allzu schnell zahlreiche Anhänger finden werden. Dies ist die Wirkung verborgenen Einflussreichtums durch (wenn auch ungewollt) künstliche Verknappung allgemein verständlicher bzw. zugänglicher Meinungsäußerungen bei gleichzeitiger Orchideen-Eigenschaft. Wer schon möchte nicht als kreativ gelten? In gewisser Hinsicht tritt hier eine Marke gegen eine andere an.
In dem Manifest der Kreativen wird kritisiert, dass sich Hamburg (dies ist wohl übertragbar auf viele weitere Städte) immer mehr der Markenbildung unterordnen. Hamburg betreffend geht es um das Image als pulsierende Metropole mit anregendem Umfeld und besten Chancen für jede Form der Kulturschaffung. Schließlich, so wissen die Marketing-Akteure, wird der Kulturwirtschaft ein großes und längst nicht ausgeschöpftes Potenzial nachgesagt, von dem Städte wie Hamburg profitieren wollen. Dass der Wohn- und Arbeitsraum innerhalb der Stadt - trotz bzw. bei teilweise signifikant hohem Leerstand am Stadtrand - mittlerweile kaum mehr bezahlbar ist, wird von der Politik wenig diskutiert. Man baut stattdessen weiter an Europas größter Baustelle, der HafenCity, die zu einem Prestigeobjekt im 'Tor zur Welt' werden soll.
Kritisiert wird weiter, dass die stadteigene Marketing-Agentur es vielmehr als Aufgabe sieht, 'ein widerspruchsfreies, sozial befriedetes Fantasierland mit Elbphilharmonie und Tabledance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene' zu vermitteln. Die Realität steigender Segregation werde ausgeblendet. Touristische Events sollen die 'Marke Hamburg' stärken und die Stadt mit Begriffen wie Wasser, Weltoffenheit und Internationalität als bunt, frech und vielseitig zu positionieren helfen. Die seit Jahren sinkenden Fördermittel für freie künstlerische Arbeit - und eben diese Freiheit und Unplanbarkeit sind die Grundlagen für Kreativität – werden nach standortpolitischen Kriterien vergeben. Kreativität soll in bestimmte Orte gelenkt werden. Damit verbunden ist die planmäßige Inwertsetzung ehemals aus dem Markt gefallener Immobilien, feuchter Souterrains und muffiger Proberaumbunker, die zuvor eben deshalb einen idealen Standort boten, weil sie einen günstigen Raum zur Aneignung, zum Bespielen boten – und nur dort, wo sic dies eben ergab. Diesen Raum in planerische Konzepte einzubinden bedeutet nicht nur eine Kostensteigerung, sondern ist ebenso eine Anmaßung, kulturelle Ressourcen bewusst für die Stadtentwicklung und das Image einsetzen zu können, um die Gentrifizierung zu fördern. Hiermit widerspricht der Aufruf sämtlichen aktuellen Planungsansätzen.
Die Unterzeichner fordern stattdessen die Rückgabe des durch Planung belegten Raumes, um sich frei und ungezwungen, ohne Rechtfertigung vor einer 'Kreativagentur' und ohne Nachweis eines besonderen Bedürfnisses bei Immobilienvermittlungen entfalten zu können, sich dort niederzulassen, wo es sich eben aufgrund verschiedener Faktoren ergibt. Denn komplexe menschliche Beziehungen, aus denen neue Ideen und schließlich auch Inventionen und Innovationen entstammen die sich ggf. verbreiten, sind längst nicht durch planerische oder gar (klassische) betriebswirtschaftliche Ansätzen steuerbar, wenngleich hervorgehoben werden muss, dass die Raumplanung durchaus Grundlagen hierfür schaffen kann. Letztendlich geht es um 'Zufall' und Unplanbarkeiten, die ihren Nährboden fordern. Leuchtturmprojekte wie etwa die geplanten 5-Sterne-Hotels oder die Elbphilharmonie, die wohl nur den Megastars der Welt und nicht der lokalen Kunstszene offen stehen werden, werden jedoch dazu führen, dass aufgrund steigender Bodenpreise und Mietzinsen ganze Stadtteile diese Grundlage nicht mehr bieten können. Sie werden an kultureller Vielfalt einbüßen.
Ihren Unmut über die aktuelle Stadtpolitik bringen die Herausgeber mit folgender Aussage auf den Punkt: 'Wir haben schon verstanden: Wir, die Musik-, DJ-, Kunst-, Theater- und Film-Leute, die Kleine-geile-Läden-Betreiber und Ein-anderes-Lebensgefühl-Bringer sollen der Kontrapunkt sein zur Stadt der Tiefgaragen (Süddeutsche Zeitung). Wir sollen für Ambiente sorgen, für die Aura und den Freizeitwert, ohne den ein urbaner Standort heute nicht mehr global konkurrenzfähig ist. Wir sind willkommen. Einerseits. Andererseits hat die totale Inwertsetzung des städtischen Raumes zur Folge, dass wir - die wir doch Lockvögel sein sollen - in Scharen abwandern, weil es hier immer weniger bezahlbaren und bespielbaren Platz gibt'
Interessant an dieser Meinungskundgebung der ansonsten (trotz vielfacher Erwähnung in anspruchsvollen wissenschaftlichen Abhandlungen oder räumlichen Entwicklungskonzepten) allzu oft übersehenen Klasse, ist auch, dass hier zwei Bereiche aufeinander stoßen, die eng miteinander verwoben sind, jedoch in vielen Fragen schwer miteinander vereinbar zu sein scheinen: Kultur und Wirtschaft. Mit Kultur verbindet man für gewöhnlich wohl das 'leichte' Leben, die Realitätsferne oder gar Spinnerei, wohingegen sich das Stadt- und Regionalmarketing immer mehr betriebswirtschaftlicher Lösungen bedient und das weite Feld der Raumplanung (Stadtplanung unter Gesichtspunkten der Soziologie etwa) mehr und mehr aus den Augen verliert.
Nach ihrer Äußerung im NION-Manifest ist zu erwarten, dass sich die Herausgeber – und Unterstützer(?) – vorerst nicht weiter öffentlich äußern werden, denn es ist, wie sie schreiben, nicht die Absicht der Kreativen Klasse, auf Workshops zur Stadtentwicklung und in Foren der Bürgerbeteiligung darüber zu diskutieren, wie sie leben wollen und welche Eingeständnisse zu einzulösen bereit sind. Es geht um Utopien, um Gegenentwürfe zur Verwertungslogik öffentlicher Baulandpolitik, eben in gewisser Hinsicht auch um die Ferne zur allgemein anerkannten Realität. In ihrer Sicht ist Stadt keine Marke und ist auch nicht als Unternehmen zu behandeln, sondern sie ist ein Gemeinwesen unterschiedlicher Lebenskonzepte. Dabei geht es nicht allein um definierte Zielgruppen, sondern ebenso um die Ermöglichung urbaner – und damit auch regionaler – Öffentlichkeit. Diese entsteht immer dort, 'wo unterschiedliche Interessen formuliert werden und kulturelle Identitäten – vom Punk bis zum Bankangestellten – Raum haben, aufeinandertreffen und einander wahrnehmen.' (von Borries). Ebenso wie ein Erlebnisraum muss eine Stadt auch der Ort sein, wo Raum bleibt für das nicht Geplante, das Fremde, das im Grunde genommen den eigentlichen Reiz der Urbanität ausmacht, weil es verschiedenste Lebenskonzepte bereithält, die sich in einem evolutionären Prozess erst noch zu bewähren haben oder eben als Ideengeber für andere Konzepte fungieren.
Am 11. Oktober wurde nach 172 Tagen die Bundesgartenschau (BUGA) 2009 in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns beendet.
Das Fazit der Organisatoren fiel positiv aus: Die Schweriner BUGA wurde als voller Erfolg bezeichnet. So seien etwa die geplanten die Besucherzahlen mit insgesamt 1.830.000 Gästen übertroffen worden. Auch eine begleitende repräsentative Besucherbefragung, in Auftrag gegeben von der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft, belegt den Erfolg.
Überzeugend seien insbesondere die schwimmende Brücke, der Schloss- und Burggarten, der Küchengarten sowie die gärtnerischen Leistungsschauen in der Blumenhalle gewesen. 396 Gärtner waren für die GUGA im Einsatz, was sicherlich einer der Gründe für die hohen Eintrittspreise war. Insgesamt wurden 1.500 Goldmedaillen, 1.602 Silbermedaillen und 1.027 Bronzemedaillen vergeben. Besucher aus der Region und überregional hätten zudem wesentliche Impulse für das Hotel- und Gastgewerbe in der Region, ebenso wie für den Einzelhandel und den Dienstleistungssektor gebracht. Allein im Einzelhandel summieren sich diese geschätzten direkten Nachfrageeffekte auf ca. 12 Mio. Euro.
Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sagt dazu: 'Die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin ist das beste Stadtentwicklungsprogramm in der Geschichte der Landeshauptstadt. Mit der BUGA konnten viele Investitionen in Angriff genommen werden sowie die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig gesteigert werden.' Diesen Anlauf will die Landeshauptstadt dafür nutzen, um weitere Touristen, Einwohner und auch Investoren zu gewinnen.
Die große Abschlussveranstaltung am Sonntag, den 11. Oktober bildete das offizielle Ende der Veranstaltung. Auf der Freilichtbühne im Schlossgarten wurde symbolisch der Staffelstab an die kommende BUGA überreicht: Koblenz. So wird 2011 am Deutschen Eck, der Mündung der Mosel in den Rhein, die Gartenschau fortgesetzt. Dort wird auf einer gesamtfläche von 48 hektar die Bundesgartenschau vom 14. April 2011 bis 16. Oktober 2011 stattfinden.
Wiesbaden: Für das expressionistische Ausstellungsprojekt 'Der Blaue Reiter, Jawlensky, Kandinisky und die Folgen – Das Geistige in der Kunst' im Museum Wiesbaden hat der Magistrat der Landeshauptstadt einen Zuschuss von 125.000 Euro beschlossen.
'Das Museum Wiesbaden genießt internationale Aufmerksamkeit wegen seiner herausragenden Expressionisten-Sammlung und der größten europäischen Jawlensky-Sammlung mit 90 Werken des Künstlers. Dass die Bewegung des Expressionismus auch in der Rhein-Main-Region ihre Wurzeln hat, ist noch zu wenig im Bewusstsein. Deshalb soll dieses verbindende Element in der Vielfalt der Region besonders gefördert werden', so Wiesbadens Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller.
Im Rahmen der kulturellen Zusammenarbeit im Rhein-Main-Gebiet soll die Ausstellung vom 31. Oktober 2010 bis zum 24. Februar 2011 im Museum Wiesbaden gezeigt werden. Eingebunden ist sie in das thematische Projekt 'Phänomen Expressionismus', an dem sich verschiedene Kultureinrichtungen der Rhein-Main-Region (z.B. das Städelsche Kunstinstitut, das Institut Mathildenhöhe Darmstadt oder das Architekturmuseum Frankfurt) beteiligen. Diese Form der Förderung der Zusammenarbeit kultureller Einrichtungen soll in erster Linie den nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad der Region weiter ausbauen. Kulturell herausragenden Projekte schreibt man für Wiesbaden und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet großes Gewicht bei der Stärkung regionsbezogener Identität zu, betont der Oberbürgermeister.
Die geschätzten Gesamtkosten für die Ausstellung belaufen sich auf rd. 3 Millionen Euro. Der Finanzierungsplan sieht unter anderem eine Bezuschussung durch den Kulturfonds Frankfurt Rhein Main und die Landeshauptstadt Wiesbaden vor. Am 19. November entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über diesen Zuschuss.
'E-Government 2015 – Ideen für eine nationale E-Government-Strategie'. So ist der Name eines Pilotprojektes zu den Maßnahmen, mit denen das Bundesministerium des Innern den Ausbau staatlicher Online-Beteiligungsangebote (E-Partizipation) in Deutschland fördern will.
Mit der nationalen E-Government-Strategie wird ein gemeinsames Dach für ein föderales E-Government in Deutschland geschaffen. Die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen spielt dabei eine ebenso große Rolle, wie die Themen Vertrauen, Sicherheit im Internet, Effektivität und Effizienz, Datenschutz, Transparenz sowie E-Partizipation.
Nach mehreren Diskussionen in den Steuerungsgremien für die Informationstechnik der Verwaltung von Bund und Ländern sowie Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft, stellte das Bundesministerium des Innern die bisher gesammelten Themen der nationalen E-Government-Strategie vom 1. bis 30. September 2009 zur Diskussion. Unter http://p112012.typo3server.info/fileadmin/user_upload/PDF/Vorbemerkungen_zur_E-Government-Strategie.pdf können die Voirbemerkungen zu diesem Vorhaben abgerufen werden.
Mit dem Relaunch der Homepage http://www.karlsruhe-tourism.de/ will der Geschäftsbereich Tourismus der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH das Tourismusmarketing ausweiten. Hiermit verbunden sind auch verstärkte Aktivitäten im Auslandsmarketing.
Die neue Seite sei in erster Linie strukturierter als vorher, damit sowohl Geschäftsreisende als auch Privatbesucher schneller die gewünschten Informationen auf individuelle Fragen erhielten.
Der Karlsruhe Tourismus intensiviert zudem seine Kontakte nach Japan, Frankreich und Irland. Monika Storck, Leiterin des Karlsruhe Tourismus, sagt hierzu: 'Aus Japan steigt die Anzahl von Fachbesuchergruppen, so haben sich die Übernachtungszahlen der japanischen Gäste von 2005 auf 2008 mit über 5.000 Übernachtungen beinahe verdoppelt.' Zweitwichtigster Quellmarkt für karlsruhe sei mit 16.000 Übernachtungen Frankreich, wobei die Stadt trotzdem - und trotz der guten Schnellverklehrsverbindung über die Grenze - noch immer vielen Franzosen als Reisedestination unbekannt sei. 'Wichtig ist eine kontinuierliche persönliche Präsenz vor Ort - und eine Festigung der dort erhaltenen Kontakte, um langfristig wichtige Geschäfte zu realisieren,' so Storck weiter.
Diese zeigte der Karlsruhe Tourismus z.B. am 2. Oktober 2009 beim Landesempfang Baden-Württembergs in der Deutschen Botschaft in Tokiound auch am 5. Oktober 2009 in Tokios Hotel 'Westin', wo eine Tourismus-Promotion stattfand, die Tourismus Baden-Württemberg organisierte. Dort konnte sich Karlsruhe Verkäufern vorstellen und gezielt die Stadt sowie die neusten Special Interest Angebote bewerben. Auch in Frankreich und irland fanden entsprechende Veranstaltungen statt.
